(1968 - )
Georgi Gospodinov wurde in Jambol geboren. Er studierte bulgarische Philologie an der Sofioter Universität. 2005 promovierte er sich mit einer Arbeit zum Thema „Poezijata na Vapcarov v mediakulturnija kontekst na 30-te i 40-te godini na XX vek“ [„Vapcarovs Dichtung im medienkulturellen Kontext der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts“].

Aus seiner Feder stammen: „Lapidarium“ [Lapidarium], 1992; „Čerešata na edin narod“ [„Die Kirsche eines Volkes“], 1996; „Natürlicher Roman“, 1999; „I drugi istorii“, 2001 [„Gaustin oder der Mensch mit den vielen Namen“, 2004]; „Pisma do Gaustin” [„Briefe an Gaustin”], 2003; „Baladi i razpadi“ 2007 [„Kleines morgendliches Verbrechen. Gedichte“ 2010]; „Apokalipsisăt idva v 6 večerta“ [„Die Apokalypse kommt um 6 Uhr abends“], 2010; „Fizika na tăgata“ [„Physik der Schwermut“], 2012; „Nevidimite krizi“ [„Die unsichtbaren Krisen“], 2013; „I vsičko stana luna“ [„Und alles wurde Mond“], 2013. Er publizierte über 300 Artikel in der Presse. Gospodinov ist Mitherausgeber von zwei Anthologien, die die ästhetische Atmosphäre der 1990er Jahre besonders stark prägten: „Bălgarska antologija. Našata poezija ot Gerova nasam“ [„Bulgarische Anthologie. Unsere Poesie seit Gerov“], 1998, und „Bălgarska hristomatija“ [„Bulgarische Chrestomathie“], 1995. Einen Namen als Forscher und Kulturwissenschaftler machte er sich mit der Monographie „Poezija i medija. Kino, radio i reklama u Vapcarov i poetite na 40-te godini na XX vek“ [„Dichtung und Medien. Kino, Radio und Werbung bei Vapcarov und den Dichtern der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts“], 2005, sowie als Koautor vom 2006 erschienenen „Inventarna kniga na socializma“ [„Inventar des Sozialismus“] sowie als Herausgeber, Redakteur und Vorwortverfasser von „Az živjah socializma. 171 lični istorii“ [„Ich habe den Sozialismus gelebt. 171 private Geschichten“]. Berühmheit erlangte er durch die Übersetzungen von „Natürlicher Roman“ und „Gaustín oder der Mensch mit den vielen Namen“.

Gospodinov ist Träger von zahlreichen nationalen Preisen: Das Theaterstück „D.J.“ wurde mit dem Preis „Ikar“ des Bulgarischen Schauspielverbands für besten dramaturgischen Text des Jahres 2004 ausgezeichnet. Für seinen Beitrag zur bulgarischen Kultur bekam der Autor den Preis „Zlatno pero“ (2004). Darüber hinaus wurde er mit dem nationalen Literaturpreis „Christo G. Danov“ (2012), dem Nationalpreis „Cveteto na Helikon“ für meist verkauftes bulgarisches Buch (2012) und dem Nationalpreis für besten bulgarischen Roman (2013) geehrt. Im Jahre 2008 verbrachte er als Stipendiant des DAAD (im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms) ein Jahr in Berlin.

Seine Werke wurden von Alexander Sitzmann, Uwe Kolbe, Valeria Jäger u. a. ins Deutsche übertragen.

 

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